Business Knigge für Manager

Erfolgsfaktor Führungsetikette – Business-Knigge für Manager  

Erfolg in Führungsetagen setzt mehr denn je ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen voraus: Sensibilität für implizite Spielregeln, Sinn für subtile Machtverhältnisse, Fingerspitzengefühl für schwierige Situationen.  

Die Berichterstattung in den Medien führt uns ebenso regelmäßig wie eindrücklich vor Augen, wie angesehene Top-Manager nicht durch fachliche Inkompetenz zu Fall kommen, sondern wegen Charakterschwäche. Was ihnen zum Verhängnis wird, ist nicht etwa ein Mangel an Fachwissen, sondern ein Mangel an Achtsamkeit. Im Grunde scheitern sie an sich selbst, an Gier, Eitelkeit und Selbstüberschätzung.  

Ein häufiger Fehler besteht darin, mit Geschäftspartnern keine Beziehungsebene aufzubauen, sondern gleich „zur Sache“ zu kommen.  

Wir Deutschen gelten auf internationalem Parkett als ausgesprochene Smalltalk-Muffel. Deutsche Manager sind zwar bekannt als „verlässlich“, „kompetent“ und „pünktlich“, gleichzeitig aber auch als „unterkühlt“, „unflexibel“ und „arrogant“. Keine gute Ausgangsposition für lockeren Smalltalk. Das ist insofern ein gravierendes Problem, als auch für deutsche Manager der globale Markt immer stärker an Bedeutung gewinnt. Und während man in Deutschland zur Not auch heute noch ohne besonders raffinierten Smalltalk einigermaßen durchkommt, ist es in vielen anderen Ländern schon fast unmöglich, ohne Smalltalk-Kompetenz wirklich erfolgreich zu sein. Ob China, Südamerika oder Südeuropa, durch galanten Smalltalk entstehen Netzwerke. Und gute Netzwerke generieren gute Geschäfte. Kaum eine andere Aktivität eines Managers verspricht einen so hohen Return on Investment wie die gezielte Investition in fünf Minuten gepflegten Smalltalk mit den richtigen Entscheidungsträgern.  

Damit der Smalltalk einfach und erfolgreich abläuft, empfiehlt sich die Orientierung an folgender CCC-Regel:  

Chance: Nutzen Sie immer wieder Ihre Chancen, einen Smalltalk zu initiieren und proaktiv zu gestalten. Das erwartet man von Ihnen als Führungskraft! Achten Sie allerdings auch darauf, dass die Anwesenheit Dritter und die aktuelle Stimmung bei einem Meeting Ihre Möglichkeiten zum Smalltalk mitbestimmen. Wenn Sie einen Smalltalk planen, warten Sie darauf, bis Ihr Gegenüber Sie ansieht und Sie tatsächlich seine Aufmerksamkeit haben. Erst nach der Herstellung des Blickkontaktes besteht für Sie wirklich die Chance, einen erfolgreichen Smalltalk zu starten.  

Courage: Haben Sie die Courage, auch private Themen anzusprechen! Klar, Tabuthemen wie Politik, Religion, Krankheiten, berufliche Sorgen und schlechte Witze sollten Sie meiden. Jedoch sollte Ihr Gespräch sich auch nicht nur auf unpersönliche Themen wie die Wetterentwicklung, das Weltgeschehen und Kultur beschränken. Haben Sie deshalb ruhig den Mut, natürlich wohl dosiert, auch etwas aus Ihrem Privatleben preiszugeben. Sie könnten beispielsweise etwas über Ihre Kinder, Ihre Hobbies, Ihren letzten Urlaub, Ihre Präferenzen beim Essen oder Ähnliches erzählen. Achten Sie im Anschluss an Ihren privaten Beitrag unbedingt darauf, ob Ihr Gesprächspartner ebenfalls auf dieser intimen Ebene antwortet. Wenn nicht, respektieren Sie sein Bedürfnis nach Privatsphäre und lenken Sie das Gespräch wieder auf etwas formellere Themen.  

Charme: Seien Sie charmant! Wenn Sie es schaffen, beispielsweise über feinsinnigen Humor, auf der emotionalen Ebene einen herzlichen Kontakt herzustellen, haben Sie schon gewonnen! Hervorragend punkten können Sie auch, indem Sie Ihrem Gesprächspartner ein ernst gemeintes Lob entgegenbringen. Dieses kann sich auf die momentane Situation (Kleidung, Ausstrahlung, Bemerkungen o. ä.) wie auch auf die bisherige Zusammenarbeit beziehen. Der Erfolgsschlüssel heißt hier Authentizität: Überlegen Sie sich, was Ihnen wirklich an Ihrem Gegenüber gefällt, anstatt ein pauschales Lob auszusprechen.  

Die praktische Anwendung der CCC – Regel in einer beruflichen Alltagssituation haben wir für Sie als Kurzfilm auf YouTube gestellt.    

Herzlichst, 

Ihr Martin Emrich